Elektromobilität verändert bei Mietwagenanbietern nicht nur die Antriebsart der Fahrzeuge, sondern auch die gesamte Betriebslogik dahinter: Reichweite statt Tankfüllung, Ladezeit statt Tankstopp, Ladepunkte statt Zapfsäule um die Ecke.
Wer E-Fahrzeuge in den Vermietbetrieb integriert, muss deshalb auch Planung, Disposition und Kundenkommunikation anpassen. Denn ein Elektroauto kann am Standort stehen und trotzdem nicht unmittelbar für die nächste Vermietung einsatzbereit sein. Ladestand, Ladezeit und verfügbare Ladeinfrastruktur werden damit zu zusätzlichen Faktoren für Verfügbarkeit und Auslastung.
Inhalt
- 1. Warum E-Fahrzeuge anders disponiert werden müssen
- 2. Reichweite und Lademöglichkeiten transparent kommunizieren
- 3. Ladepunkte als Teil der Standortplanung
- 4. Auch die Fahrzeugrückgabe verändert sich
- 5. Gemischte Flotten brauchen gemeinsame Steuerung
- 6. Was das für die Flottenzusammensetzung bedeutet
- 7. Wie CarWise Group den Betrieb unterstützt
- 8. Häufige Fragen
- 9. Weitere nützliche Artikel
Warum E-Fahrzeuge anders disponiert werden müssen
Bei Verbrennerfahrzeugen ist die Zeit zwischen Rückgabe und nächster Abholung vor allem eine Frage von Reinigung, Schadenprüfung und gegebenenfalls Betankung.
Bei E-Autos kommt eine weitere Variable hinzu: der Ladestand. Ein zurückgegebenes E-Fahrzeug mit niedrigem Ladestand kann technisch verfügbar sein, ist aber möglicherweise nicht sofort für die nächste Vermietung einsatzbereit. Zusätzlich muss berücksichtigt werden, ob das Fahrzeug zum geplanten Übergabezeitpunkt ausreichend geladen ist.
Wird die notwendige Ladezeit zwischen zwei Buchungen nicht eingeplant, können ungeplante Standzeiten entstehen, die in klassischen Auslastungskennzahlen zunächst gar nicht auffallen.
Reichweite und Lademöglichkeiten transparent kommunizieren
Auch aus Kundensicht verändert Elektromobilität den Buchungsprozess. Neben Fahrzeugklasse, Preis und Verfügbarkeit können Reichweite und Lademöglichkeiten bei der Auswahl eines Autos eine wichtige Rolle spielen.
Gerade bei längeren Strecken möchten Mieter einschätzen können, ob das ausgewählte Fahrzeug zu ihrem geplanten Einsatz passt und welche Lademöglichkeiten zur Verfügung stehen. Je einfacher relevante Informationen bereits während der Buchung zugänglich sind, desto besser können Kunden ihre Fahrt planen.
Dazu gehören beispielsweise:
- Informationen zur Reichweite
- Hinweise zu Lademöglichkeiten
- Informationen zu Ladekarten oder Ladekabeln
- der erwartete Ladestand bei Fahrzeugübernahme
- Vorgaben zum Ladestand bei der Rückgabe
Standortdaten zu Ladesäulen und realistische Reichweitenangaben je Modell gehören damit in dieselbe Buchungsoberfläche wie Preis und Verfügbarkeit – nicht in ein separates Infoblatt.
Ladepunkte als Teil der Standortplanung
Ein Standort mit vielen Stromern, aber wenigen Ladesäulen, produziert dieselbe Art von Engpass wie zu wenige Mietwagen insgesamt: Nachfrage muss abgelehnt werden, obwohl auf dem Papier Autos verfügbar wären.
Dabei kommt es nicht allein auf die Anzahl der Ladepunkte an. Entscheidend ist das Zusammenspiel mehrerer Faktoren:
- Wie viele E-Fahrzeuge sind dem Standort zugeordnet?
- Wann kommen sie üblicherweise zurück?
- Mit welchem Ladestand werden sie zurückgegeben?
- Wie schnell werden sie anschließend wieder benötigt?
- Welche Ladeleistung steht zur Verfügung?
- Wie zuverlässig sind die vorhandenen Lademöglichkeiten?
So können beispielsweise mehrere Elektroautos gleichzeitig am Standort eintreffen und geladen werden müssen. Sind die vorhandenen Ladepunkte bereits belegt oder reicht die Ladeleistung nicht aus, verlängert sich die Zeit bis zur nächsten Einsatzbereitschaft.
Die Zahl und Leistung der Ladestationen je Standort wird damit zu einer Kapazitätsgrenze, die in der Flottenplanung genauso berücksichtigt werden muss wie Stellplätze oder Personal.
Auch die Fahrzeugrückgabe verändert sich
Der Ladestand spielt nicht nur vor der Vermietung, sondern auch bei der Rücknahme eine Rolle. Autovermietungen sollten deshalb eindeutig festlegen, mit welchem Ladestand elektrisch betriebene Wagen zurückgegeben werden sollen und wie Abweichungen behandelt werden.
Für den operativen Prozess ist außerdem wichtig, den Ladestand bei der Rückgabe zu dokumentieren. So lässt sich frühzeitig erkennen, ob ein Fahrzeug unmittelbar für die nächste Buchung vorbereitet werden kann oder zunächst geladen werden muss.
Besonders bei kurzen Zeitfenstern zwischen zwei Vermietungen kann diese Information entscheidend sein. Je früher der tatsächliche Ladebedarf bekannt ist, desto besser lässt sich die weitere Belegung des Fahrzeugs planen.
Gemischte Flotten brauchen gemeinsame Steuerung
Die meisten Autovermietungen betreiben Stromer nicht isoliert, sondern als alternative Antriebsart parallel zu Verbrenner- und Hybridfahrzeugen. Werden Elektroautos in einem separaten System oder einer separaten Excel-Liste geführt, entstehen zwei getrennte Sichten auf denselben Mietwagen-Bestand – mit dem Risiko, dass Standortübersicht und Auslastungsauswertung nicht mehr zusammenpassen.
Im Modul Planung & Verfügbarkeit von RentWise laufen Stromer, Hybride und Verbrenner in derselben Standort- und Verfügbarkeitsübersicht, inklusive Ladestand und verbleibender Batteriekapazität als zusätzlichem Verfügbarkeitskriterium.
So können Mitarbeiter Fahrzeuge unabhängig von ihrer Antriebsart über eine zentrale Übersicht planen und disponieren.

Was das für die Flottenzusammensetzung bedeutet
Wie groß der Anteil an Elektrofahrzeugen im Fuhrpark sein sollte, lässt sich nicht pauschal beantworten – er hängt von Nachfrage, Ladepunkten am Standort, typischer Mietdauer und Einsatzprofile ab.
Um die Zusammensetzung der Flotte fundiert weiterzuentwickeln, können Autovermietungen verschiedene Kennzahlen betrachten:
- Auslastung nach Antriebsart
- durchschnittliche Mietdauer
- Standzeiten zwischen zwei Vermietungen
- ladebedingte Standzeiten
- Buchungsentwicklung nach Fahrzeug- oder Antriebsart
- Stornierungen
- durchschnittlicher Ladestand bei Mietende
- Kosten je Fahrzeug oder Vermietung
- Auslastung der vorhandenen Ladeinfrastruktur
Reporting über Buchungsmuster, Standzeiten durch Laden und Stornoquoten je Fahrzeugtyp zeigt, ob der aktuelle Anteil zur tatsächlichen Nachfrage passt oder ob nachjustiert werden sollte, bevor in weitere E-Autos investiert wird.
Wie CarWise Group den Betrieb unterstützt
Der Umstieg verändert die Anforderungen an Standortplanung, Disposition und Kundenkommunikation gleichzeitig. RentWise bildet E-Autos im selben, effizient nutzbaren System ab wie den Rest des Mietparks – mit Ladestand als Verfügbarkeitsmerkmal, standortbezogenen Infos zu Lademöglichkeiten im Kundenportal und einheitlichem Reporting über alle Antriebsarten hinweg, statt separater Insellösung für die Stromer-Flotte.
Häufige Fragen
Nicht zwingend eine eigene, aber zusätzliche Datenpunkte im bestehenden System – vor allem Ladestand, verbleibende Energie und Lademöglichkeiten je Standort, integriert in dieselbe Verfügbarkeits- und Buchungsübersicht.
Ladezeit verkürzt das Zeitfenster, in dem ein Fahrzeug zwischen zwei Buchungen tatsächlich verfügbar ist. Wird das nicht eingeplant, entstehen stille Standzeiten trotz rechnerisch verfügbarer Mietwagen. Deshalb sollte der Ladebedarf möglichst frühzeitig in die Disposition einfließen.
Das hängt von Nachfrage, Lademöglichkeiten am Standort, Einsatzprofilen und typischer Mietdauer ab. Reporting über Standzeiten und Stornoquoten je Antriebsart liefert dafür belastbarere Anhaltspunkte als eine pauschale Quote.
Das Fahrzeug muss vor der nächsten Ausgabe geladen werden und ist in dieser Zeit nicht buchbar. Wird dieser Zeitbedarf in der Disposition nicht berücksichtigt, entsteht ungeplanter Leerstand trotz vorhandener Elektrofahrzeuge. Wie stark sich das auf die Verfügbarkeit auswirkt, hängt vom aktuellen Ladestand, der erforderlichen Reichweite, der Ladeleistung und dem Zeitpunkt der nächsten Buchung ab.
Neben den klassischen Fahrzeug- und Mietdaten sind insbesondere Ladestand, verfügbare Energie und ladebedingte Standzeiten relevant. Je nach Prozess können außerdem Informationen zu Ladepunkten, Ladeleistung und Ladekosten sinnvoll sein.
Neben der allgemeinen Auslastung sind unter anderem Mietdauer, Standzeiten, ladebedingte Standzeiten, Buchungsentwicklung und Stornierungen interessant. Auch der durchschnittliche Ladestand bei Mietende und die Auslastung der Lademöglichkeiten können wichtige Hinweise für die weitere Flottenplanung liefern.
Üblich sind Zusatzversicherungen, Zusatzfahrer, Kindersitze, Navigationssysteme und bei E-Fahrzeugen Ladekarten oder -kabel.
Vereinbarten Tankstand bzw. Ladestand einhalten, Fahrzeug fristgerecht am vereinbarten Ort abgeben und Schäden vor Ort gemeinsam dokumentieren lassen.
Ja. RentWise lässt sich mit LeaseWise verbinden, sodass geleaste E-Fahrzeuge im selben System vermietet und ausgewertet werden.