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THG-Quote: Vorteile für den Fuhrpark und neueste Änderungen

THG-Quote: Vorteile für den Fuhrpark und neueste Änderungen
11 Sep. 2023 • 5 Min. Lesezeit

Halter reiner Elektrofahrzeuge können über die THG-Quote zusätzliche Erlöse erzielen. Sie verpflichtet bestimmte Unternehmen, die Kraftstoffe in Verkehr bringen, die damit verbundenen Treibhausgasemissionen gegenüber einem festgelegten Referenzwert zu reduzieren.

Auch Strom, der für reine Batterieelektrofahrzeuge genutzt wird, kann unter bestimmten Voraussetzungen auf diese Verpflichtung angerechnet werden. Für Unternehmen mit Elektrofahrzeugen im Fuhrpark können sich die entsprechenden Strommengen bescheinigen lassen und für den THG-Quotenhandel nutzen.

In diesem Beitrag erfahren Sie, wie die THG-Quote funktioniert, welche Elektrofahrzeuge berücksichtigt werden können und was Fuhrparkverantwortliche bei der Beantragung beachten sollten.

Was ist die THG-Quote?

Die Treibhausgasminderungsquote, kurz THG-Quote, ist ein gesetzliches Instrument zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen von Kraftstoffen. Unternehmen, die fossile Otto- und Dieselkraftstoffe in Verkehr bringen und unter die gesetzlichen Vorgaben fallen, müssen deren Treibhausgasemissionen gegenüber einem festgelegten Referenzwert um einen bestimmten Prozentsatz reduzieren.

Die Anforderungen steigen schrittweise. Für das Jahr 2026 beträgt die THG-Minderungsquote 12 Prozent. Nach derzeitiger Rechtslage steigt sie 2027 auf 17,5 Prozent und bis 2030 auf 26,5 Prozent.

Zur Erfüllung der Quote können verschiedene gesetzlich vorgesehene Optionen genutzt werden. Dazu gehört auch elektrischer Strom, der in Straßenfahrzeugen mit Elektroantrieb eingesetzt wird.

So funktioniert der Handel mit der THG-Quote

Um den Vorgaben nachzukommen, können Unternehmen emissionsärmere Kraftstoffe herstellen oder sogenannte Emissionszertifikate einkaufen. Verkauft werden diese von Firmen, die emissionsarme und -freie Kraftstoffe anbieten. Beispielsweise Ladesäulenbetreiber verkaufen bereits seit etlichen Jahren Emissionszertifikate an Mineralölkonzerne. Seit 2022 können auch private und gewerbliche Halter vollelektrischer E-Fahrzeuge das von Ihnen eingesparte CO₂ weiterkaufen. Im Gegenzug erhalten Sie eine finanzielle Kompensation. Der Preis für die Zertifikate variiert und wird durch Angebot und Nachfrage am Markt bestimmt.

Zur Berechnung der Quotenanteile schätzt das Umweltbundesamt jedes Jahr den Stromverbrauch eines E-Autos. Für Pkw liegt dieser gemäß § 7 Absatz 3 der 38. BImSchV bei 2.000 kWh (Stand 2022). Die daraus ermittelten CO₂-Einsparungen – im Vergleich zu einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor – können dann als Quote weiterverkauft werden.

Mittlerweile gibt es etliche Dienstleister, die die Abwicklung des Verkaufes zwischen den Mineralölunternehmen und Privatpersonen bzw. Unternehmen mit E-Fahrzeugen im Bestand abwickeln. Diese übernehmen auch die Beantragung der Quote beim Umweltbundesamt und zahlen anschließend die Quote aus.

Diese Änderungen gelten bei den Regelungen der THG-Quote ab August 2023

Das  Bundesumweltministerium (BMUV) hat die Regelungen der THG-Quote überabeitet und Änderungen verkündet. Neben einer verkürzten Einreichungsfrist gibt es auch Neuerung bei den antragsberechtigten Fahrzeugklassen.

Verkürzter Einreichungszeitraum

Eine der wichtigsten Änderungen ist die Verkürzung des Einreichungszeitraumes. Konnte die THG-Quote bislang bis zum 28. Februar des Folgejahres beantragt werden, wurde die Frist nun auf den 15. November des Beantragungsjahres vorverlegt. Fuhrparks mit E-Fahrzeugen im Bestand sollten ihre Prämien daher rechtzeitig beantragen, um die vorgezogenen Fristen nicht zu verpassen. Mit der Anpassung der Frist soll die Bearbeitung der Anträge beschleunigt werden. Ob es aber die Wirksamkeit der THG-Quote als Fördermittel für die Elektromobilität minimiert, ist umstritten.

Eine Hand steckt ein Ladekabel in ein Elektroauto. CarWise zeigt, wie Unternehmen mittels THG Quote im Fuhrpark Einnahmen aus elektrischer Mobilität generieren.
Halter von E-Fahrzeugen können dank der THG-Quote rund 300 Euro im Jahr als Prämie hinzuverdienen. Aber Achtung: Die Einreichungsfrist wurde auf den 15. November des Beantragungsjahres vorverlegt.

Neue Schätzwerte bei den Fahrzeugklassen

Auch bei den Fahrzeugklassen, für die ein Prämienantrag gestellt werden kann, gibt es Veränderungen. Zukünftig kann die THG-Quote für zulassungsfreie Fahrzeuge nur noch dann beantragt werden, wenn für diese Fahrzeugklasse auch ein eigener Schätzwert vorliegt. Damit fällt die Prämie für E-Roller bzw. E-Motorräder weg. Diese konnten bislang dank einer freiwilligen Zulassung die gleiche THG-Quote wie ein reguläres Elektroauto der Fahrzeugklasse M1 erhalten.

Profitieren können von dieser Änderung hingegen elektrische Nutzfahrzeuge und E-Lkw der Klassen N2 und N3. Für diese Fahrzeuge wurde bislang der Schätzwert für Pkw herangezogen. Nutzfahrzeuge und LKW haben nun einen eigenen Schätzwert, dank dem sie eine individuelle Förderung und eine höhere Prämie erhalten.

Neue abweichende Werte für die verschiedenen Fahrzeugklassen:

  • Klasse N1 (leichte Nutzfahrzeuge bis 3,5 to.): 3.000 kWh
  • Klasse N2 (schwere Nutzfahrzeuge bis 12 to.): 20.600 kWh (bisher angerechnet wie Pkw)
  • Klasse N3 (schwere Nutzfahrzeuge über 12 to.): 33.400 kWh (bisher angerechnet wie Pkw)
  • Klasse M3 (Busse): 72.000 kWh

Für LKWs bis 12 Tonnen (N2) wird die Prämie dadurch um das Zehnfache erhöht. LKWs über 12 Tonnen (N3) erhalten fast fünfzehnmal so viel.

Adressen von Wallboxen werden veröffentlicht

Eine THG-Prämie kann auch für öffentlich verwendbare private Ladestationen beantragt werden. Wenn Sie die auf Ihrem Grundstück installierte Wallbox für das öffentliche Laden freigegeben haben und eine Prämie beantragen, wird in Zukunft die Adresse Ihrer Wallboxen bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) öffentlich einsehbar sein. Nur wer seinen Ladestrom öffentlich zugänglich macht und teilt, kann von der THG-Quote profitieren. Damit soll die Ladeinfrastruktur verbessert und gleichzeitig verhindert werden, dass nicht öffentlich zugängliche Wallboxen eine Prämie erhalten.

Häufig gestellte Fragen zur THG-Quote im Fuhrpark

Neben Privatpersonen können auch Unternehmen von der THG-Quote profitieren und Leasing- und Firmenfahrzeuge im Fuhrpark anmelden. Voraussetzung ist lediglich, dass der Antragssteller auch der eingetragene Fahrzeughalter ist. Die Beantragung der Prämie beim Umweltbundesamt und den Verkauf der THG-Quote übernimmt dann einer der zahlreichen Dienstleister. Diese bündeln sämtliche Zertifikate zu Paketen und verkaufen diese an die Mineralölunternehmen.

Die THG-Prämie kann bis mindestens 2030 für jedes Fahrzeug einmal pro Kalenderjahr beantragt werden.

Nachdem Sie sich für einen THG-Anbieter entschieden haben, laden Sie neben den Kontakt- und Kontodetails auch eine Kopie der Zulassungsbescheinigung Teil 1 hoch. Anschließend kümmert sich der Dienstleister um alles weitere, wie die Beantragung der THG-Quote beim Umweltbundesamt und den Verkauf an ein Mineralölunternehmen. Die Prüfung durch das Umweltbundesamt dauert momentan rund sechs bis acht Wochen.

Ja, denn die THG-Prämie ist fahrzeuggebunden. Das heißt, dass ein Halter die THG-Prämie für alle auf ihn zugelassenen Fahrzeuge beantragen beantragen kann. Bei einem Halterwechsel kann die THG-Prämie im gleichen Kalenderjahr nicht noch einmal beantragt werden.

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